Radfahrzeuge der NVA - LKW PKW UND Kräder

Radfahrzeuge der NVA
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30.03.2014
Hier sollen Korrekturen, Hinweise und Meinungen zum beim Motorbuchverlag ab April 2014 erscheinendem Buch "Radfahrzeuge der NVA - LKW PKW und Kräder" präsentiert werden.



Korrekturen


Seite - Spalte
was ist falsch
Fehler
Korrektur
247 - rechts
Bilder und Bildunterschriften stimmen nicht überein
die mittlere und untere Bildunterschrift sind vertauscht
mittlere Bild ist dasAntennenwage
untere Bild ist der Stromversorgungswagen
263 -
Text zum Richtfunk-GS DM R-404M3

Es fehlt der Hinweis, dass der Vorgänger des GS R-404M3, der Richtfunk-GS DM R-404 auch auf Spezial-Kfz ZIL-131 geliefert wurde.
264 - links
Bildunterschrift oben ist falsch
Antennenwagen des Richtfunk-GS R-404M3
Gerätewagen des Richtfunk-GS R-404
349 - rechts
Fehler im Text 12. Zeile
kabine KB, die Analysekabine KV sowie die Ladedarstel-
kabine KB, die Analysekabine KV sowie die Lagedarstel-
351 - rechts
Bildunterschrift ist falsch
Funktechnischer Aufklärungskomplex KRTP-86 TAMARA Antennenfahrzeug HAB in Arbeitslage
Bestandteil des Funkaufklärungs-GS R-1301M, das Peilerfahrzeug R-1301MKT in Arbeitslage.



Meinungen
(Die Meinung des Lesers ist schwarz, die Bemerkungen der Autoren rot dargestellt.)

Thomas Ballerstaedt - Cottbus

gern greife ich Deine Bitte auf und schreibe Dir meine ersten Eindrücke zum neuen Buch ?Radfahrzeuge...?. Vorneweg: Ich bin begeistert! Du hattest mir ja mal bereits die Schwierigkeiten mit einer Neuauflage des Buches (Deutsche Militärfahrzeuge...) erklärt. Daraus dann das vorliegende Buch zu machen - alle Achtung! Gut finde ich die Erläuterungen zum Einsatz der Fahrzeuge. 25 Jahre später sollte es damit auch dem Ungedienten so ungefähr nachvollziehbar werden, wozu die jeweilige Technik diente. Dass dies manchmal der Original-Text der entsprechenden DV zu sein scheint... merkt auch nicht jeder :-).
Wir haben uns bei der Darstellung einzelner Fahrzeuge auf die entsprechenden Dienstvorschriften der NVA gestützt, da in diesen Dokumenten die Erklärungen, die Beschreibungen in kurzer, verständlicher Art erfolgten - ideal für unser Buch.
 
Was mir auffiel bzw. was mir im vorliegenden Buch fehlt:
 
Beim Robur LO vermisse ich unter "Pritschenfahrzeuge" die Verwendung des Ello als Startfahrzeug für Strela-1/FASTA und als Zugfahrzeug für die Flak ZU-23. Gerade als Träger des 82-mm-Granatwerfers hatte der Robur doch einige Modifikationen, die eine Beschreibung wert wären. Gleiches - meine ich - gilt für den W-50 LA/A als Zugmittel für den 120-mm-GW.
Wir haben uns bei der Auswahl die dargestellten Fahrzeuge in erster Linie vom nutzbaren Bildmaterial leiten lassen, also Bildmaterial, das wir im Bestand haben oder das uns kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Vom Startfahrzeug für Strela 2M (richtig ist 2M) / FASTA, vom Zugmittel für die 23-mm Flak ZU-23 oder den 82-mm Granatwerfer stand uns kein freies Bild zur Verfügung.

Beim W-50 wird die Grenze zwischen "Pritschenfahrzeugen" und anderen "Aufbauten" nicht so deutlich wie bei anderen Typen. Der W-50L/A mit Koffer für Feldsanitätsausrüstung - ist das ein Pritschenfahrzeug mit einem drauf gesetzten Kofferaufbau, oder ein echtes Kofferfahrzeug? Zumindest sieht der Koffer nicht wie andere Koffer aus :-).
Die Darstellung der Fahrzeugfamilie W-50 war nicht so einfach. Wir haben im "geschichtlichen Teil" eine Übersicht über die verschiedenen Grundtypen präsentiert. Danach sind wir nach der Gliederung: Pritschenfahrzeuge - Sattelzugmaschinen - Fahrzeuge mit Kofferaufbau - Spezialfahrzeuge die Fahrzeuge auf Basis des W-50 gegliedert. Der W-50 L/A war ein einfaches Pritschenfahrzeug, auf das ein Koffer montiert wurde, der dann als Koffer für Feldsanitätsausrüstung ausgestattet wurde.

Apropos W-50: Danke für das gezeigte neue Foto der AGU-1. Gibt es in Deiner Sammlung auch ein Foto der AGU-1 von der Fahrerseite? Dies wäre aus modellbauerischen Gründen wichtig wegen der Klappenanordnung, weißt Du...
Leider habe wir nur zwei Fotos, beide von der Beifahrerseite aus aufgenommen.

Bei Roland Seifert taucht auch der W-50 L/W mit Werkstattkoffer auf, und sei es nur als Feldsalonwagen des Ministers. Laut KTA gibt es auch noch den W-50 L/MW und W-50L/NKB/A. Dabei handelt es sich um die Varianten mit gerader Kofferunterkante in Rahmenhöhe. In Deinem Buch werden nur W-50 LA/AZ, LA/W-ND bzw. LA/PV/W  mit Werkstattkoffer KV und den herunter gezogenen Koffern gezeigt. (Dafür sind aber die Bilder der diversen Varianten des absetzbaren "Laborkoffers" Typ "Ilmenau" u.a. schon beinahe den Kauf des Buches wert!). Ich vermisse den W-50 mit dem abgerundeten Koffer, wie er für die mot. Druckerei I/68 eingesetzt war.
Vom W-50 L/MW haben wir keinen Nachweis zur Verwendung in der NVA gefunden, vom W-50 L/NKB/A haben wir kein Bildmaterial. Das gleiche trifft auf den abgerundeten Koffer für die motorisierte Druckerei zu.
 
Beim SiL-164 Pritschenwagen fehlt meiner Meinung nach der Hinweis auf das Anlassfahrzeug APA-3M. Bei dem weiteren SiL-131 und -157 wie auch beim Ural gehe ich mal voller Hoffnung davon aus, dass bei den Raketen im Buch 2 noch einiges dazu kommen wird...
Beim Anlassfahrzeug APA-3M auf Spezial-Kfz ZIL-164 fehlen uns die Rechte an den Bildern. Es gab etwa 4.000 unterschiedliche Verwendungen von rollendem Gerät in der NVA. Eine Liste mit sämtlichen Fahrzeuge hätte das Buch nicht vertragen. Aber im (hoffentlich) erscheinenden 2. Teil werden dann auch Tank-, Transport- oder Spezialfahrzeuge, wie sie bei den Raketentruppen der LaSK, LSK/LV oder der Volksmarine im Einsatz waren, vorgestellt.
 
Danke für die super Bilder der Kabelleger und -transporter auf G-5, die alle so noch nicht gezeigt wurden.
 
Was mir gar nicht gefallen hat, war der Text zum Wasserwerfer. Einerseits ist es kein Fahrzeug der NVA gewesen - was macht er dann in dem Buch?
Von August 1961 bis 1966 hatte die NVA 24 Wasserwerfer SK-II zur Unterstützung der Grenzsicherungskräfte, ausgeliehen von der Volkspolizei, im Einsatz. 1966 sollten die Fahrzeuge an die VP zurück gegeben werden. Dieser Hinweis sollte auch in einer Neuauflage erscheinen!
 
Ob sich der Wasserwerfer SK-II "bewährt" hat, lässt sich mangels Einsätzen wohl kaum einschätzen. Einsatzberichte sollte es kaum gegeben haben - vielleicht Berichte zu Übungen. Da man in den SK-II als Pumpen alles Mögliche einbaute (von der TS-8 bis zum Motor des EMW), waren die Ergebnisse sicherlich unterschiedlich. Einen Vergleich mit den zeitlich parallel einzuordnenden West-Wasserwerfern auf Büssing, MAN oder Mercedes sollte auch der SK-II aushalten. Das der Star-29 "Hydromil" besser geeignet gewesen sein soll, wage ich aus eigener Erfahrung zu bezweifeln. Der kam im befüllten Zustand noch nicht mal über die Cottbuser Bahnhofsbrücke... Weshalb man sich nach einem neuen Wasserwerfer umsah und dabei - ebenso wie die Ungarn - bei den polnischen "Hydromil" landete, aber die tschechischen Lösungen auf Tatra ignorierte, weiß ich nicht. Wasserwerfer auf JELCZ sollten 1990 eingeführt werden, erreichten aber nicht mehr die "kämpfenden Truppen" in den Volkspolizei-Bereitschaften. Die Behelfs-Wasserwerfer auf W-50 TLF wurden lediglich im Frühjahr/Sommer 1989 erprobt, standen aber nicht zur Verfügung.
Für diesen Hinweis sind wir sehr dankbar. Er wird sich in einer Neuauflage wiederfinden.

Im Bereich des Ural vermisse ich die Störstation SPN-2 als ein recht attraktives Fahrzeug.
Es gibt noch keinen eindeutigen Hinweis für die Absicht, diesen Störkomplex in die NVA einzuführen.
 
Vielen Dank für die bisher nirgends gezeigten Fahrzeuge der Funkaufklärung wie NAPROFORGO, BOLERO, R-1301, RAMONA usw.!

Zum KamAZ las/hörte ich mehrfach, dass es in der NVA auch und in größerer Anzahl die Tankwagen AZ-9-5320 auf Straßenfahrgestell gegeben haben soll.
Im "Verzeichnis der Kampftechnik, Bewaffnung und Ausrüstung" ist bis 1990 von diesem Tankfahrzeug keine Notiz zu finden. In der Meldung über die Lieferung von KBA zur Ausstattung der NVA in den Jahren 1989 und 1990 ist dieses Tankfahrzeug nicht aufgeführt.

In der Sauerstoffgewinnungs- und Versorgungseinheit-31 in Preschen soll bereits eine AGU-3 auf KamAZ im Einsatz gewesen sein. Weißt Du was davon?
Ist nicht bekannt.

Beim Tatra hätte es ruhig und spaßeshalber auch der Tatra-111 "Dvojce" als Prototyp für den Winterdienst sein können - OK, nicht ganz ernst gemeint, der Vorschlag.
 
Bagger D-031A und Kran AD-070 zeigst Du im Buch. Dazu die Frage: Hat es das Bergefahrzeug AV-8 in der NVA gegeben oder nicht?
Ich kenne nur die Nutzung der Bergefahrzeuge AV-14 und AV-15. Im VdKBA ist auch kein Hinweis auf einen AV-8 zu finden.

Die mot. Druckerei I/68 hätte vielleicht mit einem Bild der besonderen Auflieger auf Tatra 138/148 gewürdigt werden können.
Zur motorisierten DRuckerei I/68 stand uns nur das Foto von Seite 324 zur freien Verfügung.
 

Zum Tatra-813 als Brückentransportfahrzeug BTF 74 findet man auf der Webseite des Militärtechnischen Instituts (http://www.mti-kw.de/html/projekte1.html) die Aussage, dass die Produktion
des BTF 74 nicht erfolgte, weil die dazu erforderlichen modifizierten Tatra in der erforderlichen Zeit und Menge nicht verfügbar waren. Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben BTF 74 wurde 1979 beendet. Der Text im Buch liest sich so, als ob das Fahrzeug in der NVA im Einsatz gestanden hätte.
Vielen Danke für diesen Hinweis. Wir habe versucht, den Text so zu schreiben, dass der Einsatz geplant war, wir aben die Nutzung des Fahrzeuges nicht belegen konnten.

Beste Grüße aus Cottbus! Thomas Ballerstaedt